Solche Sätze fallen auf Geburtstagen, im Golfclub und am Stammtisch. Sie wirken einprägsam, weil sie eine Zahl, einen Namen und eine Erfolgsgeschichte verbinden. So kann aus einer Anekdote ein stiller Maßstab für das eigene Unternehmen werden.
Doch was wurde tatsächlich verkauft? Ein Unternehmen mit anderen Erträgen, einer anderen Kundenstruktur und einer anderen Abhängigkeit vom Inhaber. Auch die Zusammensetzung des Kaufpreises bleibt oft offen: fester Kaufpreis oder Erfolgsbeteiligung, mit oder ohne Immobilie sowie vor oder nach Steuern. Die Aussage vom Fünffachen lässt sich daher meist nicht einordnen.
Aus über 125 begleiteten Unternehmenstransaktionen wissen wir: Erzählte Kaufpreise liefern ohne prüfbare Grundlagen keinen verlässlichen Vergleich. Sie können Erwartungen wecken, die den eigenen Verkauf belasten.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Was hat mein Nachbar bekommen?“ Sondern: „Was ist mein Unternehmen für die richtigen Käufer tatsächlich wert?“