„Gute Unternehmen gehören in gute Hände.“

Standpunkt 02, Unternehmensnachfolge & Unternehmensverkauf

Mein Nachbar hat das Fünffache bekommen.

Erzählte Kaufpreise aus dem Bekanntenkreis prägen Preisvorstellungen schnell. Als Vergleichswert taugen sie meist nicht: Hinter der Zahl fehlen entscheidende Informationen zum Unternehmen und zum Vertrag.

Wir begleiten Unternehmensnachfolgen im Mittelstand. Persönlich. Vertraulich. Bundesweit.

Bierdeckel mit der Zahl x5 neben einem Bewertungsgutachten als Symbol für unbelegte Preisvergleiche
Hörensagen ist keine Bewertung
Der Ausgangspunkt

„Der Meier hat für seinen Laden das Fünffache bekommen.“

Solche Sätze fallen auf Geburtstagen, im Golfclub und am Stammtisch. Sie wirken einprägsam, weil sie eine Zahl, einen Namen und eine Erfolgsgeschichte verbinden. So kann aus einer Anekdote ein stiller Maßstab für das eigene Unternehmen werden.

Doch was wurde tatsächlich verkauft? Ein Unternehmen mit anderen Erträgen, einer anderen Kundenstruktur und einer anderen Abhängigkeit vom Inhaber. Auch die Zusammensetzung des Kaufpreises bleibt oft offen: fester Kaufpreis oder Erfolgsbeteiligung, mit oder ohne Immobilie sowie vor oder nach Steuern. Die Aussage vom Fünffachen lässt sich daher meist nicht einordnen.

Aus über 125 begleiteten Unternehmenstransaktionen wissen wir: Erzählte Kaufpreise liefern ohne prüfbare Grundlagen keinen verlässlichen Vergleich. Sie können Erwartungen wecken, die den eigenen Verkauf belasten.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Was hat mein Nachbar bekommen?“ Sondern: „Was ist mein Unternehmen für die richtigen Käufer tatsächlich wert?“

Drei Warnzeichen

Wenn Hörensagen den Preis macht.

Woran Sie erkennen, dass ein Vergleichswert vom Stammtisch Ihre Verhandlungsposition schwächt:

01

Die Zahl kennt niemand, aber jeder erzählt sie weiter

Kaufpreise unterliegen in der Regel strenger Vertraulichkeit. Was am Stammtisch kursiert, ist selten die Zahl aus dem Vertrag, sondern oft eine Mischung aus Andeutung, Stolz und weitergegebenen Angaben. Ob der Betrag eine Erfolgsbeteiligung, die Immobilie, ein Gesellschafterdarlehen oder Steuern berücksichtigt, bleibt meist offen. Wer darauf seine Preisvorstellung stützt, verlässt sich auf Hörensagen.

02

Verglichen wird, was sich nicht vergleichen lässt

Die Branche allein sagt wenig über den Wert aus. Zwei Unternehmen mit ähnlichem Umsatz können sich bei nachhaltiger Ertragskraft, Inhaberabhängigkeit, Qualität des Kundenstamms, Investitionsstau und Auftragsreichweite deutlich unterscheiden. Entscheidend für Käufer sind belegbare und übertragbare Zukunftserträge, nicht Umsatz oder vergangene Ergebnisse.

03

Die fremde Zahl wird zur eigenen Untergrenze

Wer die erzählte Zahl als Maßstab setzt, bewertet jedes Angebot daran. Ein wirtschaftlich nachvollziehbares Angebot kann dann als zu niedrig erscheinen. Interessenten erkennen Preisvorstellungen ohne Herleitung und prüfen ihre Beteiligung am Prozess entsprechend. Das kann Verhandlungen erschweren oder verhindern.

Fünf Schritte

Vom Stammtischwert zum echten Marktpreis.

Eine ambitionierte Preisvorstellung ist nachvollziehbar. Sie braucht eine Grundlage, die im Prozess geprüft werden kann. So wird aus einer Zahl vom Stammtisch eine belastbare Ausgangsbasis für die Kaufpreisverhandlung.

  1. 1

    Die erzählte Zahl bewusst beiseitelegen

    Behandeln Sie den Vergleichswert aus dem Bekanntenkreis als das, was er ist: eine Anekdote ohne Beleg. So lässt sich die eigene Situation unvoreingenommen betrachten, statt einem fremden Ergebnis nachzuverhandeln.

  2. 2

    Die eigene Ertragskraft belastbar ermitteln

    Eine seriöse Bewertung beginnt mit bereinigten, nachhaltigen Erträgen. Gemeint ist das Ergebnis nach marktüblichem Unternehmerlohn, ohne Einmaleffekte und private Sonderposten. Diese Zahl bildet den Ausgangspunkt für die weitere Bewertung, nicht Umsatz oder Bauchgefühl.

  3. 3

    Mit abgeschlossenen Transaktionen vergleichen, nicht mit Erzählungen

    Belastbare Vergleichswerte beruhen auf abgeschlossenen Verkäufen vergleichbarer Unternehmen: mit ähnlicher Größenklasse, Branche und dokumentierten Multiplikatoren. Der Abgleich zeigt einen realistischen Kaufpreiskorridor und macht Unterschiede zwischen Unternehmen nachvollziehbar.

  4. 4

    Werttreiber vor dem Verkaufsstart stärken

    Wer die Differenz zwischen Wunschpreis und Bewertungskorridor kennt, kann gezielt an den Werttreibern arbeiten: die Inhaberabhängigkeit reduzieren, Erträge stabilisieren, Kundenkonzentrationen verringern und Zahlen transparent aufbereiten. So beruht die Preisvorstellung auf der Substanz des Unternehmens, nicht auf einer Behauptung.

  5. 5

    Den Kaufpreis im Wettbewerb bestimmen, nicht fordern

    Den Marktwert bestimmt weder ein Gutachten noch eine Erzählung allein. Maßgeblich ist ein strukturierter Prozess mit mehreren geprüften Interessenten, die parallel geführt werden. Wettbewerb zwischen passenden Käufern schafft eine belastbare Grundlage für die Kaufpreisverhandlung.

Der Standpunkt

Nicht der Nachbar bestimmt Ihren Preis, sondern Ihre Zahlen.

Der Wunsch nach einem hohen Kaufpreis ist nachvollziehbar: Sie haben über Jahrzehnte Werte geschaffen. Zum Risiko wird er, wenn er sich auf eine erzählte Zahl statt auf die eigene Ertragskraft stützt. Käufer beurteilen Ihre Zahlen, Ihre Kundenstruktur und Ihre Zukunftsfähigkeit, nicht den Preis Ihres Nachbarn.

Ein guter Verkauf beginnt nicht mit der Frage: „Was hat mein Nachbar bekommen?“
Er beginnt mit der Frage: „Was ist mein Unternehmen für die richtigen Käufer nachweisbar wert – und wie hole ich diesen Wert im Wettbewerb heraus?“

ROland Schwarzer, Geschäftsführender Gesellschafter der Roland Schwarzer Unternehmensverkauf Deutschland GmbH
ROland Schwarzer · Geschäftsführender Gesellschafter
Über mich

Persönlich an Ihrer Seite beim Unternehmensverkauf

Seit 1999 bin ich als Berater für Unternehmensnachfolgen und Unternehmensverkäufe tätig. Ich habe über 125 Unternehmenstransaktionen begleitet und dabei unzählige Preisvorstellungen gehört, die auf dem beruhten, was „der Nachbar bekommen hat“. Bezahlt wurde am Ende immer das, was sich belegen ließ.

Mein Credo: „Gute Unternehmen gehören in gute Hände.“

Belegbare Werte stehen am Anfang jeder fundierten Bewertung. Dazu gehört eine ehrliche Einordnung: Welchen Wert hat Ihr Unternehmen heute, welche Werttreiber lassen sich stärken und welche Käufer berücksichtigen diese Stärken bei ihrer Bewertung?

Häufige Fragen

Was Unternehmensinhaber zum Kaufpreis fragen.

Warum taugen Kaufpreise aus dem Bekanntenkreis nicht als Vergleichswert?
Unternehmen unterscheiden sich oft deutlich in Branche, Größe, Ertragskraft, Inhaberabhängigkeit und Vertragsstruktur. Häufig ist auch unklar, wie sich der Kaufpreis zusammensetzt: fester Kaufpreis, Erfolgsbeteiligung, mit oder ohne Immobilie sowie vor oder nach Steuern. Ohne diesen Kontext ist eine erzählte Zahl kein belastbarer Vergleichswert.
Wie wird der Wert eines Unternehmens stattdessen seriös ermittelt?
Die Grundlage bilden bereinigte, nachhaltige Erträge: das Ergebnis nach marktüblichem Unternehmerlohn und ohne Einmaleffekte. Multiplikatoren aus abgeschlossenen Transaktionen vergleichbarer Unternehmen geben einen Kaufpreiskorridor vor. Inhaberabhängigkeit, Kundenstruktur und Zukunftsfähigkeit beeinflussen die Einordnung. Der Kaufpreis wird im Wettbewerb mehrerer geprüfter Käufer verhandelt.
Was richtet eine überhöhte Preisvorstellung im Verkaufsprozess an?
Seriöse Käufer prüfen die Zahlen, bevor sie in Gespräche einsteigen. Eine Preisforderung ohne belastbare Herleitung kann passende Interessenten abschrecken. Andere Interessenten können einen überhöhten Einstieg für die Verhandlung nutzen. Das kann zu langwierigen Verhandlungen oder einer nicht zustande kommenden Nachfolge führen.
Wie komme ich zu einem realistischen und trotzdem ambitionierten Kaufpreis?
Eine fundierte Bewertung liefert den Ausgangspunkt. Ein strukturierter Wettbewerbsprozess mit mehreren qualifizierten Käufern schafft die Grundlage für die Kaufpreisverhandlung. Ausschlaggebend sind belegbare Ertragskraft, geringere Abhängigkeiten und Interessenten, die miteinander konkurrieren.
Weitere Standpunkte

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Standpunkt

Kein Käufer ist gut genug.

Warum überhöhte Erwartungen die häufigste Ursache gescheiterter Nachfolgen sind.

Standpunkt

Ein Unternehmen verkauft man nicht am Tresen.

Unternehmensverkauf ist kein Thekengespräch und kein Geschäft auf dem Bierdeckel.

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